Familientherapie

Wenn zu Hause alle recht haben – und trotzdem niemand weiterkommt

In der systemischen Familientherapie bekommt jede Stimme Platz: Eltern, Kinder, Jugendliche. Wir suchen nicht den Verursacher, sondern den Punkt, an dem sich das Muster verändern lässt.

Therapeutin arbeitet mit einem Kind im Spielbereich der Praxis JUNA

Wenn ein Kind Symptome zeigt, richtet sich der Blick meist auf das Kind. Systemisch betrachtet zeigt ein Kind aber häufig etwas an, das die ganze Familie betrifft.

Das ist ausdrücklich kein Vorwurf an Eltern. Im Gegenteil: Es nimmt Druck von allen, wenn man aufhört, nach einem Schuldigen zu suchen. Familien sind komplexe Systeme, in denen jede Person auf jede reagiert – oft in bester Absicht und trotzdem mit ungewollter Wirkung.

Unsere Aufgabe ist es, dieses Zusammenspiel sichtbar zu machen. Manchmal genügt eine kleine Verschiebung: eine Regel, die neu ausgehandelt wird, ein Gespräch, das erstmals ohne Vorwurf geführt wird, eine Rolle, die jemand abgeben darf.

Anlässe

Womit Familien zu uns kommen

Mein Kind verändert sich

Rückzug, Wutausbrüche, Schulverweigerung – und niemand weiß, wo es angefangen hat.

Dauerkonflikt zu Hause

Der Alltag besteht aus Aushandlung. Alle sind erschöpft.

Trennung & Scheidung

Wie bleiben Sie gute Eltern, auch wenn Sie kein Paar mehr sind?

Patchwork

Neue Konstellationen, alte Loyalitäten und die Frage, wer welche Rolle hat.

Alleinerziehend

Sie tragen viel allein und suchen Entlastung und Struktur.

Krankheit & Krisen

Wenn eine Erkrankung oder ein Verlust das ganze Familiensystem betrifft.

Pubertät

Ablösung ist notwendig – und trotzdem schwer auszuhalten.

Schule & Umfeld

Konflikte mit Schule, Kita oder Ämtern, bei denen Sie sich nicht mehr gehört fühlen.

Kindgerecht eingerichteter Bereich mit Spielhaus in der Praxis JUNA

Für Kinder & Jugendliche

Ein Raum, in dem Kinder mitreden dürfen

Wir haben einen eigenen Bereich für die Arbeit mit Kindern. Hier wird gespielt, gebaut, gezeichnet und gestellt – weil Kinder sich so am ehesten zeigen, wie es ihnen wirklich geht.

  • Kindgerechtes Material statt reiner Gesprächstherapie
  • Jugendliche bekommen eigene Zeit ohne Eltern, wenn sie das möchten
  • Wir übersetzen zwischen den Generationen, ohne zu bewerten
  • Elterngespräche ergänzen die Arbeit mit den Kindern

Ablauf

Wie wir mit Familien arbeiten

Wer wann dabei ist, entscheiden wir gemeinsam – und passen es an, wenn es dem Ziel dient.

  1. Elterngespräch

    Sie schildern die Situation aus Ihrer Sicht, wir klären den Auftrag und wer für den nächsten Termin sinnvoll ist.

    60 – 90 Minuten

  2. Familiengespräch

    Alle relevanten Beteiligten kommen zusammen. Jede Person darf sagen, wie sie es erlebt.

    90 Minuten

  3. Muster sichtbar machen

    Mit Figuren, Skulptur oder Genogramm wird deutlich, wer wie auf wen reagiert.

    Sitzung 2 – 4

  4. Neues ausprobieren

    Konkrete Vereinbarungen für den Alltag – überschaubar genug, dass sie gelingen können.

    Laufend

  5. Auswerten & abschließen

    Wir prüfen gemeinsam, was sich verändert hat, und sichern die Ergebnisse ab.

    Meist 6 – 20 Sitzungen

Häufige Fragen zur Familientherapie

Müssen wirklich alle mitkommen?

Nicht zwingend. Wir besprechen im Erstkontakt, wer für den ersten Termin sinnvoll ist. Häufig starten Eltern allein, und Kinder kommen später dazu – oder nur für einzelne Sitzungen.

Wie arbeiten Sie mit kleinen Kindern?

Kindgerecht: mit Spielmaterial, Figuren, Zeichnungen und Bewegung. Kinder müssen nicht über Probleme sprechen können, um an einer Lösung mitzuwirken.

Bekommt mein Kind mit, was wir Eltern besprechen?

Wir gehen transparent damit um. Es gibt Elterngespräche ohne Kinder – aber wir tun so wenig wie möglich hinter dem Rücken der Kinder, weil Geheimnisse das Vertrauen belasten.

Wir sind getrennt – geht das trotzdem?

Ja. Getrennte Eltern können sehr gut gemeinsam an einem Termin arbeiten, wenn das Ziel „gute Eltern bleiben“ heißt. Wenn ein gemeinsames Gespräch (noch) nicht möglich ist, arbeiten wir zunächst getrennt.

Was, wenn das Jugendamt beteiligt ist?

Dann klären wir die Rollen sauber: Was ist Auftrag, was ist freiwillig, was wird berichtet. Mehr dazu auf unseren Seiten zur Jugendhilfe und zu Berichten.

Ein erstes Gespräch klärt oft mehr als lange Überlegungen

Schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Wir melden uns in der Regel innerhalb von zwei Werktagen und klären mit Ihnen, welches Setting passt.